Die „geschlossenen Brüder“

Die sog. „geschlossenen Brüder“ sind auch unter den Bezeichnungen „exklusive Brüder“, „Christliche Versammlung“ oder „alte Versammlung“ sowie international als “Kelly-Lowe-Continental(-Glanton) Brethren” oder “Reunited Brethren” bekannt. Sie selbst nennen sich oft schlicht „Christen, die sich [nach Matthäus 18,20] allein im Namen Jesu versammeln“ und verstehen sich als eine Art neutraler Boden außerhalb aller bestehenden Kirchen und Freikirchen, „in Absonderung von allem Bösen und ohne jede menschliche Organisation oder Benennung“.

Die „geschlossenen Brüder“ betonen die Notwendigkeit, sich von konfessionellen „Systemen“ (Denominationen) fernzuhalten, da diese die Einheit aller Gläubigen verhinderten. Sie bemühen sich dagegen, am „Tisch des Herrn“ im „Brotbrechen“ (= Abendmahl) die Einheit des Leibes Jesu „darzustellen“. Zur Teilnahme werden allerdings nur „wahre Gläubige“ zugelassen, die weder selbst in direkter Verbindung mit „Bösem“ stehen noch bewusst oder dauerhaft anderen konfessionellen Gruppen angehören, da diese sich nach dem Verständnis der „geschlossenen Brüder“ alle nicht konsequent von Falschem und „Bösem“ trennen.

Seit den 1990er Jahren lösten sich einige Gemeinden von diesen Absonderungsgrundsätzen; nach und nach entstanden vielerorts „blockfreie“ oder „unabhängige“ Brüdergemeinden. Die große Mehrheit der deutschen „geschlossenen Brüder“ (ca. 205 Versammlungen) setzt jedoch auch nach der Spaltung den bisherigen Weg fort.

Den „geschlossenen Brüdern“ sind folgende Verlage zuzuordnen: die Christliche Schriftenverbreitung (CSV; Hückeswagen), der Ernst-Paulus-Verlag (Neustadt/Weinstraße) und der Beröa-Verlag (Zürich). Hinzu kommen zwei evangelistisch bzw. missionarisch ausgerichtete Verlage: die Verbreitung der Heiligen Schrift (VdHS; Eschenburg-Eibelshausen; vorwiegend Traktate) und der Gute Botschaft Verlag (GBV; ebenfalls Eschenburg-Eibelshausen; Bücher und Traktate in Fremdsprachen).

Die wichtigsten Zeitschriften sind Im Glauben leben (CSV, bis 2015 Ermunterung und Ermahnung) und Halte fest (Beröa-Verlag). Daneben gibt es eine Jugendzeitschrift (Folge mir nach, CSV), eine Kinderzeitschrift (Der beste Freund, CSV) und eine Missionszeitschrift (Von Osten und Westen, herausgegeben von den „Freunden christlicher Mission und Wohltätigkeit“, Dillenburg).


Dokumente auf bruederbewegung.de (PDF):

Willem J. Ouweneel: Aus der Praxis des Versammlungslebens (übersetzt aus: Bode van het heil in Christus, 1986). Sechsteilige Artikelserie, in der einige traditionelle Lehren und Praktiken der „geschlossenen Brüder“ vorsichtig in Frage gestellt werden: „Die Leitung des Heiligen Geistes in den Zusammenkünften“, „Zulassung von Gläubigen, die nicht ‚in Gemeinschaft‘ sind“, „Zusammenarbeit mit ‚andersdenkenden‘ Gläubigen“, „Besondere Gefahren“, „Trotz Sündenbekenntnis ausschließen?“ Mit einem Leserbrief von Dato Steenhuis und einer Fragenbeantwortung aus The Bible Treasury [36 Seiten, 231 KB].

Max S. Weremchuk: Ihr liefet gut ... Nachgedanken zur Brüderbewegung (1989). Kritische Bestandsaufnahme der Situation in den „geschlossenen Versammlungen“ von einem Insider [33 Seiten, 225 KB]. – Eine überarbeitete englische Fassung von 1996 liegt ebenfalls vor: You Ran Well ... Who Has Stopped You? [28 Seiten, 204 KB].

Willem J. Ouweneel / Jacob G. Fijnvandraat: Stellungnahmen zu „Ihr liefet gut“ (übersetzt aus: Bode van het heil in Christus, 1989). Zusammenstellung dreier Beiträge zur Rezeption der Broschüre Ihr liefet gut in den Niederlanden: (1) W.J. Ouweneel, „Buchbesprechung ‚Ihr liefet gut‘“; (2) „Aus der [Bode-]Redaktion“; (3) J.G. Fijnvandraat, „Laufen wir gut?“ [13 Seiten, 113 KB].

Willem J. Ouweneel: Sektiererei: Ihre Gefahren für die „Brüderbewegung“ (²1992). Kritik an sektiererischen Tendenzen unter den „geschlossenen Brüdern“, insbesondere im Blick auf die Zulassung von Gästen zum Abendmahl [31 Seiten, 230 KB].

Willem J. Ouweneel: „Christliche Versammlung“ – wohin? (übersetzt aus: Jaarboek voor de geschiedenis van het Nederlands Protestantisme na 1800, 1996). Analyse der verschiedenen Strömungen innerhalb der Brüderbewegung in Vergangenheit und Gegenwart mit Schwerpunkt auf den „geschlossenen Brüdern“ [27 Seiten, 213 KB].

Max S. Weremchuk: Can We Recover the Brethren Legacy? (1998). Aufruf an die „Brüder“ (speziell der „geschlossenen“ Richtung), die Vielfalt auf christlichem Gebiet positiv zu sehen und von anderen Gruppen zu lernen [16 Seiten, 109 KB].

Michael Schneider: Die Sprache der „geschlossenen Brüder“. Kennzeichen und Probleme (nach: Zeit & Schrift, 2001). Beschreibung und Kritik sprachlicher Besonderheiten der „geschlossenen Brüder“ [12 Seiten, 102 KB].

Philip Nunn: Observations and Reflections of a Concerned Missionary (2002). Beobachtungen zu neueren Tendenzen unter den „geschlossenen Brüdern“. Der Autor war Missionar in Kolumbien [22 Seiten, 147 KB]. (Eine deutsche Übersetzung findet sich auf der Website des Autors sowie auf SoundWords.)

Philip Nunn: The Re-dividing of the Reunited Brethren. An attempt to diagnose (2003). Analyse der Ursachen der neueren Spaltungsbewegung unter den „geschlossenen Brüdern“ [52 Seiten, 332 KB]. (Eine deutsche Übersetzung findet sich auf der Website des Autors.)

Arndt Schnepper: Die „geschlossenen Brüder“ öffnen sich. Über den Umbruch der darbystischen Kreise in Deutschland (aus: Christsein Heute, 2005). Kurzer, stellenweise etwas ungenauer geschichtlicher Abriss mit Schwerpunkt auf den Auseinandersetzungen zwischen „geschlossenen Brüdern“ und Freien evangelischen Gemeinden sowie auf den Entwicklungen seit den 1990er Jahren. Der Autor war Öffentlichkeitsreferent im Bund Freier evangelischer Gemeinden [6 Seiten, 66 KB].


Links:

Bibeltermine: Ausgewählte Veranstaltungstermine der „geschlossenen Brüder“.


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Da das Webangebot bruederbewegung
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